Kupferroter Mond am 28.09.2015 auf dem Warthübel.

Die Wettervorhersagen für dieses Ereignis waren für den gesamten deutschen Raum recht positiv. Da die totale Mondfinsternis in der zweiten Nachthälfte stattfand, und bis in die Morgenstunden hinein andauerte, konnte mit Nebelbildung gerechnet werden. Ein Astronomie-Kollege und ich überlegten, auf einen erhöhten Standort zu gehen, mit freier Sicht nach Süd-West. Die Wahl fiel auf den Warthübel, auf 295m Höhe über dem Meeresspiegel gelegen. Hier wurde 1871 anlässlich des deutsch-französischen Friedensvertrages eine Eiche gepflanzt. Diese trägt den Namen „Friedenseiche“. Sie ist ein eingetragenes Naturdenkmal und das Wahrzeichen von Hombressen.

Um 01.45 Uhr (MESZ), begannen wir dort mit dem Aufbau unserer Ausrüstung, den wir vor Eintritt des Mondes in den Kernschatten (03.07 Uhr) beendeten. Die Nachttemperatur betrug 3 Grad Celsius und gelangte nah an den Frostbereich heran. Zum Einsatz kamen: Meade LX75 mit LZOS/TMB Refraktor 105/650mm sowie einer Canon DSLR 60D. Außerdem eine Skywatcher NEQ6-Montierung mit Omegon Refraktor 127/950mm und auch eine Canon DSLR 60D. Die Systeme wurden eingenordet. Der Aufbau konnte noch unter ausreichendem Mondlicht durchgeführt werden. Beim Blick durch das Fernrohr schien der Mond noch so hell, dass fast eine Blendung erfolgte. Die Fokussierung konnte auch noch vor der Totalität vorgenommen werden, dies ist wirklich einfacher.

Der Mond befand sich gleichzeitig in Erdnähe, war 14% größer als in Erdferne, und wurde auch als „Supermond“  bezeichnet. Er stand im Sternbild Fische und befand sich 30° über dem Süd-Westhorizont.

Als auch noch einige Besucher eintrafen, konnte das Spektakel losgehen,…und es ging los. Pünktlich um 03.07 Uhr verfinsterte sich der Mond ähnlich wie bei Neumond. Die Milchstraße und viele Sternbilder waren mit bloßem Auge zu sehen. Auch die Bedeckung von Sternen durch den weiter wandernden Mond konnte in den Teleskopen verfolgt werden. Schnell wurden einige Aufnahmen angefertigt. Das Farbspektrum des verfinsterten Mondes reichte von einem hellen Gelb, über verschiedene Orangetöne, bis hin zum Kupferrot. Gegen Morgen kam es zur Taubildung und Nebelschwaden zogen auf. Nachdem sich der Tau immer mehr auf den Optiken niederschlug, bauten wir die Instrumente ab.

Fazit: Nachdem in den letzten Jahren sehr oft das Wetter bei einer Mondfinsternis nicht mitspielte, war dieses Mal alles perfekt.

Nachfolgend  einige  Bilder: